Komplexere Verhandlungen

Seit Einführung der Eidgenössischen Zivilprozessordnung per 01.01.2011 wurden die Schlichtungsgesuche umfangreicher, die Verhandlungsführungen komplexer, dies u.a. auch wegen der Möglichkeit, Anwälte bereits bei der Schlichtungsverhandlung mit einzubeziehen.

Zudem können Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von CHF 2000 auf Antrag der klagenden Partei durch den/die Friedensrichter/in bei Nichteinigung in der Schlichtungsverhandlung endgültig entschieden werden (Urteil). Andererseits kann den Parteien bis zu einem Streitwert von CHF 5000 ein Urteilsvorschlag unterbreitet werden, den die Parteien innert 20 Tagen ablehnen können.
Diese Veränderungen führten auf der einen Seite zwar zu einem Mehraufwand für die friedensrichterliche Tätigkeit, doch sie bereichern sie auch, und, dies ist vor allem auch für die Steuerzahlenden von grosser Bedeutung, die von rund 50% auf rund 65% gestiegene abschliessende Erledigungsquote aller Schlichtungsverfahren spricht für sich. Auch wenn diese Zahl je nach äusseren Umständen auch einmal rückläufig sein kann, zeigt die Tendenz doch, dass die Arbeitsinstrumente, die den Friedensrichtern heute zur Verfügung stehen, es erlauben, deutlich mehr Fälle abschliessend zu erledigen. Eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe und mit Sorgfalt und Umsicht ausübe.